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Kurzhaarteckel von der Rautmannshöhe

Der moderne Dackel | eingetragen im DTK 1888 e.V.

Harz und herzlich

Und weil es so schön war, haben wir den Rucksack gleich wieder gepackt. Allerdings verschlug es uns an diesem Wochenende weniger weit und hoch, dafür in Begleitung eines Dutzend guter Freunde, allesamt Dogwalker aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands. Wir trafen uns zum Campen, Wandern und Gedankenaustausch am Lagerfeuer mit Stockbrot und Marshmellows.

Über leichte Anstiege und guten Wanderwegen ging es zur Teufelsmauer vorbei an den Drei Zinnen oder auch dem Hamburger Wappen genannt, durch Wälder und Wiesen bei sowohl Sonne als auch einem heftigen Regenschauer. Davon lassen wir uns aber nicht beeindrucken. Wozu gibt es wetterfeste Kleidung. Hinzu kommt, dass bei Regen weit weniger Wanderer unterwegs sind und sich die Landschaft in ein die Seele streichelndes Licht taucht.

Am Sonntag reisten wir planmäßig ab. Den Zeitpunkt der Abreise bestimmten die Dackel, die deutlich zu verstehen gaben, abreisebereit zu sein.

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In Osttirol auf dem Karnischen Höhenweg

403, das ist die gängige Bezeichnung für den Karnischen Höhenweg entlang der österreichisch-italienischen Grenze. Ein Höhenweg, den wir geplant hatten, während unseres diesjährigen Urlaubs in 14 Tagen zu erkunden und abzuwandern. Übernachtungen auf Hütten in Matratzenlagern und Zimmern hatten wir bereits im Januar schriftlich und telefonisch gebucht und reserviert.

So starteten wir am 18.07. von Sillian aus zur Sillianer Hütte. Gut 1300 Höhenmeter waren zum Auftackt zu bewältigen und nach anstrengenden sechs Stunden steten Bergaufgehens und einigen Jausenunterbrechungen hatten wir unser Tagesziel erreicht. Wir teilten unsere Plätze auf. Holger nächtigte im Vorraum der Hütte zusammen mit den Hunden, ich verbrachte eine unruhige Nacht im Matratzenlager mit 15 anderen Personen. Keine Frage, dass die Luft zum Schneiden dick und ich dankbar für den nächtlichen Einfall eines Zimmergenossens war, die Fenster zu öffnen.

Der Anblick der Dolomiten am frühen Morgen entschädigte allerdings für die Plagen in der Nacht.

Nach kurzer Lagebesprechung ging es am nächsten Morgen unausgeschlafen in Richtung Obstanserseehütte.

Über ausgesetzten Pfaden bei angenehmen Temperaturen, das Marschgepäck von immerhin knapp 13 Kilogramm gut verzurrt auf dem Rücken, das Hundefutter musste ja schließlich ansatzweise mit transportiert werden, erreichten wir in luftiger Höhe einen Soldatenfriedhof aus dem ersten Weltkrieg. Unweit davon verfallene Unterstände der Einheiten am Demutskopf, die als österreich-ungarische Soldaten gegen ebensolche italienische erbarmungslos um jeden Zentimeter steinernes Alpenland kämpften. Es muss gnadenlos gewesen sein, zumal die Höhe, das Terrain und die Witterungsverhältnisse nicht immer eitel Sonnenschein versprachen.

So gelang es danach nicht den Demutskopf auf seiner regulären Route zu bewandern. Ein ungesicherter Stahlsteg mit aufgelegten Gesteinsbrocken ohne Sicherung zum Berg oder Abhang, waren für manche Gemüter unpassierbar. Rechts Berg, links Abhang. Ausgesetzt eben. Wir nahmen eine längere, nicht ausgeschriebene Route rechtsseitig des Gipfels über steil ansteigende, feuchte Wiesen. Das ließ sich dann auch für alle bewerkstelligen.

Bereits kurz nach der verdienten Pause, es zog ein Gewitter auf, kam dann auch schon die nächste Überraschung. Zwar bot ein sehr schmaler Pfad um Eisenreich einigermaßen Trittsicherheit, trotz Hunden und Gepäcks, doch sich auf allen Vieren entlang zu tasten um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, immer mit dem Gedanken an das nahende Gewitter, das trotz aller Prognosen heranzog, war dann wohl doch zu viel auf einen Schlag, so dass wir beschlossen am kommenden Morgen die Tour abzubrechen. Weiteren Höhenängsten galt es vorzubeugen und so stiegen wir bereits am dritten Tag talabwärts, was aber auch knapp fünf Stunden dauerte.

Die Nacht auf der Ostanserseehütte war davon geprägt, dass die Hunde im Gastraum zwar übernachten konnten, zu meinem Leidwesen aber meinten im Chor nachts heulen zu müssen, was auf der Hütte nicht geht. Also verlegte ich mein Nachtlager kurzerhand in den Gastraum und schlief auf der Holzbank. Wenigstens war es trocken, sauber und ruhig. Bequemlichkeit ist relativ und sollte nicht überbewertet werden.

Der Abstieg am folgenden Tag verlief dann auch komplikationslos. Telefonisch konnte ich die allermeisten Hüttenwirte erreichen und die gebuchten Plätze stornieren. Das gehört sich einfach. Alle anderen konnte ich per E-Mail stornieren, nachdem das Netz wieder verfügbar war. Das ist auf den Höhenmetern ja nicht immer der Fall.

Mit dem Taxi von Kartitsch nach Sillian, dort ein Hotelzimmer gebucht und das Auto in die Werkstatt gebracht, das überdies seinen Dienst auf der Hinfahrt teilweise versagte, eine neue Bleibe für die kommenden 10 Tage in der Nachbarortschaft Außervillgraten noch gesucht und gefunden, und der Urlaub konnte fortgesetzt werden.

Nun wurden es eben Tagestouren zum Großglockner mit Bergwanderungen zu den verschiedenen Hütten in die Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern mit Suche nach Murmeltieren oder zu den Jagdhausalmen, dem so genannten Klein Tibet der Almen, bei St. Jakob im Defereggental. Eine wundervolle, ursprüngliche Ansammlung der ältesten Almhütten Österreichs nebst Pfauenauge, einem See oberhalb der Alm, dessen Form namensgebenden war.

Schlug das Wetter um, besuchten wir umliegende Museen, wie das Schloss Lienz oder das Nationalmuseum Hohe Tauern in Matrei in Osttirol. Auch die auf italienischem Boden ansässige Sennerei Drei Zinnen mit Schaubetrieb und Verköstigung oder die Genusswelt Loacker bei Sillian waren ein Highlight und sollten nicht unerwähnt bleiben.

Zum Abschluss gab es dann doch noch eine Gipfelbesteigung. Diesmal allerdings für mich alleine auf 2665 Metern zum Gabesitten. Selbst hier begegnet man Rindviechern und Ziegen. Die Bullen der Herde gaben allerdings deutlich zu verstehen, dass ich mich mit den Hunden schleichen sollte und so tat ich es dann auch in einem ausreichenden Abstand zur Herde. Schließlich sind diese Huftiere die Höhenverhältnisse bestens gewohnt und wären schon um Vorfeld Sieger in jedweder Hinsicht. Da riskiere ich man lieber kein unschönes Ende.

Den letzten Tag verbrachten wir dann erneut in Italien, diesmal Bozen in Südtirol und konnten die Schönheit der Stadt bestaunen. Natürlich sollte das Archäologische Museum und ein Besuch bei Ötzi, the Iceman, nicht fehlen. 5000 Jahre Menschheitsgeschichte erleben zu können, ist schon etwas ganz besonderes.

Es war ein aufregender, sehr abwechslungsreicher Urlaub. Die Dackel sind so tiefenentspannt wie nur irgend möglich.

Erkenntnisse:

Ist der Weg zu mühevoll, steige ab. Auch der andere Weg hat wundervolle Seiten.

Hast Du keinen Plan B, bastel Dir einen oder lasse Dich überraschen.

Scheitern gehört zum Lebenskonzept dazu.

Meuteführertreffen 

Unser jährliches Treffen mit 41 professionellen Dogwalkern und ihren insgesamt 110 Hunden aus ganz Deutschland stand am vergangenen Wochenende in unserem Kalender. Neben Lagerfeuerromantik und dem Startschuss der Campingsaison, netten Gesprächen und Fachsimpelei, hatten unsere Dackel die Möglichkeit, sich unbeschwert drei Tage lang auf gesichertem Gelände ununterbrochen frei zu bewegen und sich ausgiebig mit ihresgleichen zu beschäftigen. Ein Highlight in puncto Sozialkompetenz. Soviel Außenreize werden mit ausgiebigem Schlaf in den folgenden Tagen bedacht und wollen verarbeitet werden.

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