entschieden wir uns, der hochsommerlichen Hitze zu entfliehen, packten unsere Campingutensilien und fuhren gen Norden. Auf dem Landweg nach Dänemark und Schweden. Soweit so gut. Der Trip stand aber wohl unter dem Stern der unerwarteten Vielfalt und Möglichkeiten.

Das mein Knie durch Zerrung des Innenbands mittlerweile nicht mehr belastbar war, geschenkt. Getaped und bandagiert wird es schon gehen. Dass in der ersten Nacht des Campens heftige Bauchkrämpfe und Durchfall meine Befindlichkeit in Anspruch nahm, gut, braucht man nicht, kann man aber mit umgehen. Nächtliches hin und her über den Platz zur Toilette sind zwar unangenehm, werden aber dann blöd, wenn man sich ohne Brille verläuft. Alles nochmal gut gelaufen, den Virus 36 Stunden ausgehungert und mit Kaffee, Tee und Wasser anorganisch wieder in Schuss gebracht.

Abbau am übernächsten Morgen, es drohte ein Umwetter hereinzubrechen. Weiterfahrt von Augustenborg nach Sønderborg, erst einmal ordentlich frühstücken.

Kaffeehaus Kislings, Sønderborg

Über die Storebæltsbroen nach Kopenhagen. Stadtbesichtigung. Die Königin war nicht zugegen, das Kifferparadies stand weit offen und war gut besucht. Die Stadt war voll, zu voll. Eine sehenswerte Stadt. Mit den Massen an herumirrenden Touristen war es allerdings weniger beeindruckend, aber wir irrten ja genauso wirr herum.

Nach Malmö über die Öresundsbron, von dort in Richtung Göteborg an die Fjorde nach Stenungsund, Västra Götalands Län. Immer dem Regen vorauseilend, nunmehr die angenehm warme Temperatur suchend. Hier erschien uns für die kommenden Tage der ideale Platz zu sein. Ruhig, abgeschieden, idyllisch, sehr malerisch.

Nur der Hund fühlte sich äußerst unwohl, was nicht an dem ausgesuchten Platz lag. Vielmehr versagte seine körperliche Fitness von einem auf den anderen Tag, so dass wir am Wochenende eine Tierklinik in Göteborg aufsuchen mussten. Ich will gar nicht erst damit anfangen, dass derartige Dinge immer passieren können, auch wenn sie finanziell den Abgrund bedeuten können. Wenn akute Lebensgefahr besteht, dann heißt es allerdings, den Hund reisefertig vorzubereiten, den Urlaub abzubrechen und die Heimreise anzutreten. Nach 14 Stunden Rückfahrt, einer Nachuntersuchung im heimischen Tierklinikum und eine OP am darauffolgenden Montag beendeten dann das kurze, aber sehr intensive Urlaubserlebnis.

Geplant war der Urlaub ohnehin nicht, eher spontan aus dem Bauch heraus angetreten. So spontan er begann, so abrupt endete er dann auch wieder. Es wird Zeit, sich dem lädierten Knie zu widmen.