Der moderne Dackel

falbrecht

Treten Sie ein und schnüffeln Sie sich durch. Erleben Sie die Welt des Dackels Karl, seiner Geliebten Dilara und ihr Dasein als Stammhalter des Zwingers der „von der Rautmannshöhe“.

Dies ist die Wiederbelebung einer aus Familientradition stammenden Zucht mit dem Ziel, Kurzhaarteckel Normalschlag von ausgeglichenem Wesen, einer Ihrer Natur entsprechenden Förderung des Jagdverhaltens unter dem Aspekt des Lebens in einer Großstadt und einem aussergewöhnlichen Phänotyp im kleinsten, häuslichen Rahmen zu züchten.

In den Farben rot, schwarzrot, schwarz- und rottiger sowie schokobraun erwarten wir Nachwuchs der besonderen Variabilität für Jedermann, vom Liebhaber bis hin zum Jäger. Bis es soweit ist, fördern und trainieren wir unsere Hunde und geben Ihnen ganz besonders viel Zeit, sich individuell entwickeln und sozialisieren zu können.

Einen Dackel? Ist nicht Euer Ernst.

Oh doch. Ich wollte schon immer einen Dackel haben. Jawohl!! Hätte mich jemand gefragt warum ausgerechnet diesen Hund? Ich hätte es nicht sagen können. Auch in meiner Kindheit kommt kein Dackel vor. Weder zuhause noch bei den Nachbarn. Überhaupt gab es nur ein einziges Exemplar dieser Gattung in der ganzen, mir bekannten Stadt. Ein nicht gerade leuchtendes Beispiel für seine Art. Rot und langhaarig, kläffend und verzickt. So wie man sie kennt. Oder meint zu kennen.

Das ist  die wunderschöne Engels Neela. Karls Mutter. Eine schokofarbene Hündin mit mehreren Auszeichnungen.
Das ist die wunderschöne Engels Neela. Karls Mutter. Eine schokofarbene Hündin mit mehreren Auszeichnungen.

Jedenfalls war der Gedanke immer in meinem Hinterkopf, sich eines Tages einen anzuschaffen. Allerdings hatte ich es auf die kurzhaarige Variante abgesehen. Irgendwann muss ich mich wohl in einen dieser kleinen Racker verliebt haben. Aber es will mir nicht einfallen wo und wann.

In die Tat umgesetzt habe ich, oder wir, dieses Vorhaben allerdings erst vor gut einem Jahr. Davor habe ich, als einigermaßen verantwortungsbewusster Mensch, eher davon abgesehen. Ich war jung und hatte andere Sachen zu tun. Die Wohnung war nicht groß genug oder nicht geeignet. Ich war allein und hatte Angst ich könnte mich nicht genug kümmern. Es gab viele Gründe.

Der Zufall wollte es, das ich und mein Freund Frank vor zwei Jahren in eine Wohnung mit einem kleinen Gartengrundstück nach Charlottenburg gezogen sind. Nun dachte ich wäre ein guter Zeitpunkt. Vorsichtig sondierte ich die Lage um Franks Meinung zu diesem Unterfangen herauszubekommen. Aber ich musste nicht sehr lange reden. Er war bald genau so angetan von der Idee wie ich. Dabei blieb es dann erstmal. Bei der Idee.

Und hier der stolze Vater. Ein dänischer Tigerdackelrüde namens Calypso (derzeit im holländischen Asyl). Natürlich ebenfalls mehrfach prämiert.
Und hier der stolze Vater. Ein dänischer Tigerdackelrüde namens Calypso (derzeit im holländischen Asyl). Natürlich ebenfalls mehrfach prämiert.

Einmal im Jahr findet in Berlin die „Grüne Woche“ statt (das ist bekannt, denke ich). Da auch wir ziemlich gerne essen (was man uns nicht ansieht) und uns für Gartengestaltung etc. interessieren, landeten wir am Sonntag Nachmittag in der Ausstellung „Heim, Tier und Pflanze“. Wir waren schon eine Stunde unterwegs, unsere Bäuche waren voll und ich erblickte einen Informationsstand des Deutschen Teckelklubs. Es waren auch Dackel anwesend. Mein Herz hüpfte und ich wollte gleich einen kaufen. Die anwesenden Exemplare waren allerdings nicht verkäuflich.
So ließen wir uns eine Visitenkarte von einer Züchterin geben, bei der es wohl demnächst zur Niederkunft kommen sollte (nicht bei der Züchterin, sondern ihrer Dackelhündin).

Erwartungsvoll riefen wir an.

Ja… es würde demnächst soweit sein. Und wer wir denn eigentlich wären. Schließlich gibt man ein so edles Tier ja nicht irgendwem. Wir stellten uns höflich vor. Frank überzeugte sie mit seiner gewinnenden Art davon, dass wir mit dem Tier bestimmt nichts Böses vorhätten. Nächste Woche würde gewölft (so nennt man das bei Hunden) und dann würde man weitersehen. Wir waren natürlich sehr aufgeregt und riefen ständig an ob es nun schon geschehen war.

Es war.

Acht kleine, mäuseähnliche Wesen in verschiedensten Farben hatten die Welt betreten und eines davon war unseres. Nur welches wollte sich uns noch nicht recht erschließen. Glücklicherweise waren nur noch zwei verfügbar, der Rest war schon ausverkauft. Ein paar Wochen mussten wir noch warten. Dann kam der große Tag und wir konnten die Welpen in Realtime sehen. Bis dahin waren wir netterweise immer online mit neuen Fotos versorgt worden.

Zwei müde Würmchen wurden vor uns abgelegt. Eine schwarzrote Hündin und ein etwas kräftigerer Rüdenboy, der sich zielstrebig mit wackligen Beinen auf uns zubewegte. Damit hatte sich Karl uns ausgesucht. Eigentlich sollte es ja umgekehrt sein. Aber wir haben uns einverstanden erklärt mit seiner Wahl und es noch nie bereut. Danach sind wir das letzte mal alleine in den Urlaub gefahren.

Der große Tag

übernahme_karl

Wie Sie dem Bild entnehmen können, sind wir nun die stolzen Herrchen von Dackel Karl. Dieses Foto zeigt uns bei der Endabnahme. Von nun an führen wir ein glückliches Leben in einer verschworenen Männergemeinschaft.

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