Tigerteckel werden bereits seit 1890 in den Stammbüchern des Deutschen Teckelklubs 1888 e.V. als Zuchtiere geführt. Jagdzeichnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert lassen diesen unikaten Farbschlag bereits erkennen. Sie sind also keine neuartige Modeerscheinung, wie der erste Anschein vielleicht vermuten mag. Vielmehr wird der Zucht dieser Variabilität bereits seit Beginn der Teckelzucht nachgegangen.

Die Tigerteckelzucht bedarf einer verantwortungsbewußten und sorgfältigen Vorgehensweise, damit eine gesunde Zuchtbasis erhalten und gefördert wird. Eine Verpaarung von Tigerteckeln untereinander kann und darf nicht sein, wollte man gesunde Welpen zur Welt bringen. Insofern ist hier das Wort „Verantwortungsbewußtsein“ sehr wörtlich zu nehmen.

Tigerteckel werden in der Bundesrepublik Deutschland verhältnismäßig wenig gezüchtet. Jeder dieser Teckel ist insofern etwas ganz Besonderes, denn jeder Tigerteckel ist ein Unikat und unterscheidet sich in seiner Zeichnungsfarbe voneinander. Es ist nahezu ausgeschlossen vorherzusagen, ob die Zeichnungsfarbe des Welpenfells beibehalten wird oder sich mit dem adulten Fell verändert. So können Welpen mit heller Zeichnungsfarbe mit dem adulten Haarkleid dunkler oder auch umgekehrt werden. Mit einem solchen Teckel ernten Sie besondere Aufmerksamkeit und er ist für Dackelfans, die das ganz Besondere lieben, genau das Richtige.

tigerteckel_ilgnerHannemann-Erdmannsheim, schwarzgetigerter Kurzhaarteckelrüde, 1894.

Das im Jahr 1894 vom Maler C. Reth gemalte Bild zeigt den Schwarztiger-Kurzhaarteckel-Rüden Hannemann-Erdmannsheim aus der Zucht des Gründers des Deutschen Teckelklubs 1888 e.V., Emil Ilgner. Das Bild stammt aus dem Buch „Der Dachshund“ von Emil Ilgner, erschienen im Jahr 1896 im Verlag Neumann-Neudamm. Obwohl getigerte Teckel schon seit Beginn der Teckelzucht gezüchtet wurden, ist dieses Bild wohl eines der ältesten Darstellungen eines Tigerteckels.

Kurz möchte ich noch aus dem Grundlagenwerk „Der Dachshund“ von Emil Ilgner aus 1896, Seiten 18 und 19 zitieren:

I. Der Dunkeltiger (Schwarztiger). Derselbe hat auf grauem Untergrunde schwarze Platten, Flecken oder Tupfen oder alle drei miteinander gemischt und braune Abzeichen. Der graue Untergrund kann aber die verschiedensten Schattierungen und Stichelungen haben und kommt vor vom hellsten Silbergrau, das fast weiß erscheint, bis zum dunkelsten Schwarzgrau, von dem sich kaum die dunkle Tigerung abhebt. Auch kann das Grau mausfarben sein oder einen Ton ins Rötliche schimmern. Am liebsten hat man den hellsilbergrauen Untergrund.

II. Der Rot- und Brauntiger, dessen Platten, Flecken oder Tupfen braun oder rot sind. Derselbe hat ausnahmslos ein helles Grau als Untergrund, welches gleichfalls mehr oder weniger gestichelt und rein sein kann. Öfters spielt das Grau auch ins Gelbe hinüber. Rote Abzeichen sind natürlich auch vorhanden. Die Nasenkuppe der Brauntiger ist braun, die der Schwarztiger schwarz, und beide Varietäten unterscheiden sich genau so voneinander wie der schwarze Hund vom braunen.

Advertisements